Mittwoch, 25. Februar 2009

Angels & Airwaves.

Spürnasen in Not.

Viel Vergnügen beim lesen.

Es geschah bei unserem letzten Einsatz. Zwei Kollegen waren mit ihren Rettungshunden P. und S. in einem Waldstück unterwegs, um eine vermisste ältere Dame aufzuspüren. Die Frau war nach einem Waldspaziergang nicht in das nahegelegene Seniorenstift zurückgekehrt.

Die Bäume standen sehr dicht zusammen, alles war unübersichtlich. Nur die feinen Nasen wiesen den Hunden den Weg durch den Wald. Die Zeit lief davon... Rechts und links raschelten Tiere im Gebüsch - hoffentlich keine Wildschweine! P. und S. liefen unbeirrt vorwärts. Für die beiden Retter auf vier Pfoten gab es nur ein Ziel: die vermisste Frau zu finden und zu retten!

Nach einer Weile lichteten sich die Bäume und die XY-Retter erreichten eine Landstraße, die durch das Waldstück führte. Ein Stückchen weiter weg fuhr ein Auto, das sie erst passieren lassen wollten. Unsere perfekt ausgebildeten Hunde reagierten sofort auf die Kommandos und ließen sich an der Seite ihrer Hundeführer nieder, um das Auto vorbeifahren zu lassen. Als nur noch eine Kurve den Wagen von ihnen trennte, geschah alles blitzschnell: Das Auto schwenkte nach rechts. Ein dumpfer Knall, schrilles Jaulen, quietschende Bremsen - dann herrschte Stille.

Der Fahrer, der trotz unserer aufgestellten Warnhütchen unachtsam gewesen war, hatte in der Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war von der Fahrbahn abgekommen und hatte P. erwischt. P., der genau dort am Straßenrand saß, hatte keine Chance. Nun lag er winselnd am Boden, das linke Bein unnatürlich abgestreckt.

Der Unfallfahrer, dem alles schrecklich leid tat, bot sich sofort an, P. und seinen Hundeführer zum Tierarzt zu fahren. Dort diagnostizierte man einen komplizierten Bruch des Beins. Es wurde geschient und verbunden und er bekam Medikamente gegen die starken Schmerzen.

Der Bruch ist so kompliziert, dass nur eine Operation helfen kann. Der Termin steht schon fest, doch wir können diesen Eingriff nicht bezahlen! Sie wissen ja, dass wir beim Bundesverband Rettungshunde e.V. alle ehrenamtlich arbeiten und alle Kosten selbst tragen müssen. Eine Risikoversicherung für unsere Rettunghunde gibt es nicht, da die Kassen diese wegen des hohen Risikos ablehnen.

Ich möchte Sie daher ganz herzlich um eine Spende für Ps. Operation bitten. Wenn Sie uns mit 15, 30 oder sogar 50 Euro unterstützen, können wir P. helfen. P. hat schon so viele einsätze als Rettungshund hinter sich und bereits vielen Menschen das Leben gerettet. Bitte lassen Sie nicht zu, dass er leidet!

Ich danke Ihnen vielmals Ihr,

N.N.


Leider ist diese Geschichte nicht von mir. Nichtsdestotrotz verdient sie es hier gepostet zu werden. Denn die schönsten und spannendsten Geschichten schreibt immer noch das Leben oder die ehrenamtlichen Mitarbeiter von allgemeinnützigen Vereinen.

Es ist erstaunlich, was alte Leute so in ihrem Briefkasten finden. Dieser Spendenaufruf ging einer mir bekannten alten Dame - so wie die in der Geschichte - Anfang des letzten Jahres zu.

Dieses Schreiben ist ein Paradebeispiel dafür, wie man alten Menschen das Geld aus der Tasche leiert, die dem Grabe näher sind als dem nächsten Toilettengang. Sie versuchen sich von ihren Sünden freizukaufen, indem sie irgendwelche Spendenorganisationen unterstützen. M.a.W., hier wird moderner Ablasshandel betrieben.

Ich habe z.B. noch nie so ein Schreiben erhalten. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch zu jung bin und den Weg allein nach Hause finde. Vielleicht bin ich aber auch nur nicht vermögend genug.

In irgendwelchen Schreiben von katholischen Spendenorganisationen heißt es sonst immer, dass XY ihre 21 Kinder nicht ernähren kann. Nebenbei gesagt, diese Problem hätte XY nicht, wenn das Oberhaupt derselben katholischen Kirche, die das Dorf von XY missioniert hat, ihr nicht eingehämmert hätte, das Verhütung eine Sünde sei. Aber ich schweife ab.

Dieses Schreiben ist schlimmer, weil es seinem Leser aus der speziellen Zielgruppe suggeriert, dass er der nächste sein könnte, der sich wegen seiner Demenz im Wald verirrt.

Ebenfalls seltsam ist, warum gespendet werden muss, damit P. operiert werden kann. Schließlich müsste doch der, welcher den Schaden verschuldet hat, auch für diesen aufkommen und die Hunde-OP bezahlen. Aber auf die Idee ist man vielleicht nicht gekommen. Oder etwa doch...? Naja, ist jetzt auch egal. Hoffen wir, dass es P. jetzt nach überstandenen OP besser geht und er wieder voll einsatztauglich ist. Schließlich haben wir doch alle eine Oma.

Die handelnden "Personen" sind von mir anonymisiert worden, damit die Geschichte nicht auf dem Boulevard breit geklatscht wird.

Wer sich jetzt übrigens fragt, was mit der alten Dame passiert ist, der muss nur weiterlesen. Denn auch dies wurde in dem Anschreiben geklärt.

PS: Sie fragen sich bestimmt, was mit der vermissten Dame geschah: Rettungshund S. spürte sie auf und sie kehrte etwas verfroren, aber sonst wohlbehalten ins Seniorenheim zurück.

Mein persönliches PS:
Satire darf das.

Sonntag, 22. Februar 2009

Musik...

...aus der Zeit, in der wir noch unsterblich waren - 2003. Aber damals wie heute seltsam aktuell.







Und natürlich, nicht zu vergessen, der ganz große Hit:
Venirme Abajo. Wer kennt ihn nicht...

Let me...

...hold you, touch you, feel you, Always!

Donnerstag, 19. Februar 2009

Bauchtanz.

Das VG Frankfurt a.M. hat eine offensichtlich wirre Entscheidung des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aufgehoben. Wie kommt man nur auf die Idee, dass eine Bauchtänzerin im Iran sicher sei? Mehr dazu hier.

Kommunalwahl.

Die Kommunalwahlen NRW finden 2009 doch nicht zeitgleich mit der Europawahl statt. Der Verfassungsgerichtshof NRW hat das entsprechende Gesetz (KWahlZG), mit Recht, nun "kassiert".

Der Kunstgriff, durch den die schwarz-gelben Landesregierung auch auf kommunaler Ebene punkten wollte, ist damit gescheitert. Dachte man doch, dass man hier einen Stimmenzuwachs generieren könnte, da das bürgerliche Lager bei Europawahlen sich doch eher an die Urne bemüht, als das - eigentlich eher international ausgerichtete - linke Lager.

Aber wahrscheinlich wird sich dies für das Bündnis aus SPD und Grünen, die gegen das KWahlZG geklagt hatten, eher als Pyrrhussieg darstellen, falls die NRW SPD von dem bundesweiten Negativtrend mit in die Tiefe gerissen werden sollte.

Ob dieses Urteil nun schlecht für die Europawahl ist, kann man so oder so sehen. Zwar wird die Wahlbeteiligung bei dieser sehr wahrscheinlich niedriger sein, als erhofft. Allerdings geht sie auch nicht neben der Kommunalwahl völlig unter.

Travis - Side.



"1234" von den Plain White Ts hat mich an diesen alten Song erinnert, da er zum z.T. ähnlich klingt wie der Refrain von "Side".

Mehr beten.

Katholische Kirche in der Offensive und so gehts.

Burkini.

So haben sich die Generationen von Frauen, welche für die Gleichstellung des weiblichen Geschlechts gekämpft haben, dass aber nicht vorgestellt. Durch die Bade-Burka, oder liebevoll Burkini genannt, wird einmal mehr der Beweis geführt, wie in Deutschland unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit Freiheitsrechte von Frauen beschnitten werden.

So tolerant zeigt man sich aber gern.

Die züchtige Frau soll sich also verhüllen, damit sie nicht die Männer um sie herum zu sexuellen Gedanken oder gar Handlungen nötigt.

Die Frau, die sich im Bikini zeigt, ist demnach eine Schlampe, mit der es jeder machen kann. Wird sie Opfer eines Sexualverbrechens, dann hat sie es ja nicht anders gewollt.

Das nenne ich mal effektive Gefahrenabwehr. Pädophile sollten dann aber auch vor den sie zu Sexualstraftaten nötigenden Kindern auf Spielplätzen geschützt werden.

In Schweden sind sie dagegen noch etwas rückständig...

Bin sehr gespannt, was die Badesaison 2009 so bringen wird.

Sport verbindet?

Israelische Tennisspieler, die in Dubai antreten wollen, merken davon aber nichts. Man begegnet ihnen nur mit "Arabischer Willkür".

Samstag, 7. Februar 2009

Klezmer.

Kultur und Zivilisation.

Wenn ich jemanden den Kopf abhacke, um aus dem Schädel eine Vase zu machen, ist das Kultur. Wenn ich dafür ins Gefängnis gehe, ist das Zivilisation.
- Henryk M. Broder -